Rote Pyramide des Snofru

Bei der Roten Pyramide des Snofru handelt es sich um die insgesamt dritte Pyramide, die für den Pharao gebaut wurde. Snofru regierte zu Beginn der 4. Dynastie etwa 50 Jahre lang als Pharao über das damalige Ägypten und wurde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Roten Pyramide in Dashur bestattet. Zuvor waren bereits die Stufenpyramide im Meidum und die Knickpyramide, ebenfalls in Dashur, von Snofru in Auftrag gegeben wurde. Da die Knickpyramide aufgrund von gravierenden Baumängeln in Form von Instabilität und Rissen im Gemäuer für eine Grabstätte eines Pharaos als nicht würdig erschien, wurde am nordwestlichen Rand der Nekropole von Dashur die Rote Pyramide erbaut. Ihren Namen erhielt die Rote Pyramide vom Kalkstein, der als Baumaterial verwendet und aus einem Steinbruch in unmittelbarer Nähe von Dashur gewonnen wurde.

Mit einer Basislänge von 220 Metern und einer Höhe von 104 Metern, ursprünglich sogar 109 Meter, ist die Rote Pyramide nach der Cheops- und Chephren-Pyramide die drittgrößte Pyramide in ganz Ägypten. Bei der Roten Pyramide des Snofru wurde, basierend auf den negativen Erfahrungen beim Bau der Knickpyramide, erstmals eine echte Pyramide ohne Baumängel fertig gestellt und damit die Basis für die beiden noch größeren Pyramiden gelegt, die später ebenfalls in dieser Bauweise errichtet wurden. Bei der Erforschung der Roten Pyramide in Dashur wurde festgestellt, dass einige Bauelemente fehlen, die ansonsten bei Pyramiden üblich sind, die als Grabstätte für den Pharao dienten. Hierzu zählen z.B. der Aufweg sowie ein geeignetes Verschlusssystem vor der Grabkammer, was Archäologen aber eher auf den Zeitmangel als auf die Tatsache, dass Snofru womöglich nicht in der Roten Pyramide bestattet worden wäre, zurückführen.

Erste Aufzeichnungen über eine äußerliche Beschreibung der Roten Pyramide in Dashur datieren bereits aus dem Jahr 1615, als der italienische Forscher Pietro della Valle in Ägypten unterwegs war. Nach weiteren Reiseberichten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in denen die Rote Pyramide des Snofru ebenfalls erwähnt wurde, kam es Mitte des 19. Jahrhunderts unter den Archäologen John Shae Perring und Karl Richard Lepsius zu den ersten fundierten Erkundungen in Dashur. Den entscheidenden Durchbruch bei der Erforschung der Roten Pyramide erzielte aber erst Rainer Stadelmann, der die Nekropole in Dashur zu Beginn der 1980er-Jahre im Auftrag des in Kairo ansässigen Deutschen Archäologischen Instituts mehrere Jahre lang untersuchte.

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